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Skizzen: vom Umriss zum Körper

Einen flachen Umriss zeichnen, Ecken runden oder fasen und daraus einen Körper ziehen oder drehen.

Nicht alles lässt sich aus Grundformen zusammensetzen. Für Teile mit eigener Kontur, etwa einen Halter, ein Zahnprofil oder eine Vase, zeichnest du zuerst den Umriss und machst dann einen Körper daraus. Dafür gibt es den Skizzenmodus.

Eine Skizze beginnen

Wechsle oben von „3D-Editor“ auf „Skizze“. Klicke im Menüband auf „Skizze zu 3D“ und wähle, was aus dem Umriss werden soll:

Danach zeigt der Editor ein Blatt mit Gitter. Das ist deine Zeichenfläche.

Zeichnen

Das Menüband des Skizzenmodus ist in Bereiche geteilt:

Ein Körper entsteht nur aus einem geschlossenen Umriss.

Ein L-förmiger Umriss. Am gewählten Eckpunkt oben links stehen die Längen der beiden Linien in Millimetern und der Winkel dazwischen in Grad.
Ein L-förmiger Umriss. Am gewählten Eckpunkt oben links stehen die Längen der beiden Linien in Millimetern und der Winkel dazwischen in Grad.

Linien nach Maß

Hast du mit „Linie“ oder „Weiche Kurve“ den ersten Punkt gesetzt, tippst du einfach eine Zahl: Neben der Linie öffnen sich zwei Felder, „Länge“ in Millimetern und „Winkel“ in Grad. Mit < oder Tab wechselst du zum Winkel, so dass „50<30“ eine 50 mm lange Linie unter 30° ergibt, wie in AutoCAD. Enter setzt den Punkt, und du tippst gleich die nächste Linie; Esc schließt die Felder, ohne den Linienzug zu beenden.

Der Winkel zählt von rechts gegen den Uhrzeigersinn: 0° nach rechts, 90° nach oben, 180° nach links, 270° nach unten. Lässt du ihn leer, folgt die Linie dem Zeiger, du gibst also nur die Länge vor und zeigst die Richtung mit der Maus. Rechnungen wie „40+12,5“ gehen in beiden Feldern. Würde der Punkt neben der Platte landen, sagt das Feld es dir und wartet auf ein anderes Maß.

Eine gerade Seite krümmen

Wähle eine gerade Linie und klicke in der Leiste, die erscheint, auf „Linie krümmen“: Die Seite wölbt sich wie bei Tinkercad zu einer Kurve und zeigt ihre beiden Griffe. Ziehe daran, um die Kurve zu formen; je weiter ein Griff absteht, desto stärker die Biegung. „Linie gerade“ macht die Seite wieder gerade. Einen gewählten Punkt kannst du mit „Weiche Kurve“ rund machen: Er bekommt eigene Griffe, und die Linien daneben werden zu Kurven.

Die untere Seite des L-förmigen Umrisses zu einer Kurve gebogen, mit ihren zwei Griffen an den Enden.
Die untere Seite des L-förmigen Umrisses zu einer Kurve gebogen, mit ihren zwei Griffen an den Enden.

Winkel ablesen und eintippen

Klickst du einen Eckpunkt an, an dem zwei gerade Linien zusammentreffen, zeigt layerling neben den Längen den Winkel dazwischen in Grad, mit einem kleinen Bogen. In einem geschlossenen Umriss ist es der Winkel im Inneren der Form, eine Einbuchtung liest sich also über 180°. Klicke auf den Wert und tippe einen neuen Winkel. Dann dreht sich eine der beiden Linien um die Ecke und behält ihre Länge, die andere bleibt, wo sie ist. Die Linie, die sich dreht, ist gestrichelt; mit Tab wechselst du zur anderen, Enter übernimmt und Esc bricht ab. Was am anderen Ende der gedrehten Linie hängt, geht mit.

Verschiebst du einen Punkt, ändern sich drei Winkel: an ihm selbst und an den beiden Nachbarecken am anderen Ende seiner Linien. Darum zeigt layerling auch diese beiden, und jeder lässt sich anklicken und eintippen. So stellst du etwa eine Ecke unten links auf 75,5°, während oben links der Punkt gewählt ist, der dafür wandert. Auch hier darfst du rechnen, z. B. „90-14,5“.

Wo eine Kurve an die Ecke stößt oder mehr als zwei Linien zusammenlaufen, gibt es keinen Winkel. Der Knopf „Maße anzeigen“ in der Seitenleiste blendet den Winkel zusammen mit den Längen aus.

Ecken runden oder fasen

Klicke auf einen Eckpunkt und wähle „Ecke verrunden“ oder „Ecke fasen“. Es erscheint ein kleines Feld für den „Radius“ beziehungsweise den „Abstand“. Trage das Maß ein und bestätige mit dem Haken. Das geht für Ecken zwischen zwei geraden Linien.

Auch mehrere Ecken auf einmal gehen: Wähle sie mit Umschalt und je einem Klick oder ziehe einen Rahmen darum, und nimm „Ecke verrunden“ oder „Ecke fasen“ aus der Leiste, die erscheint. Alle bekommen denselben Radius oder Abstand. Teilen sich zwei gewählte Ecken eine Seite, nimmt jede höchstens 45 % davon, ein Rechteck rundherum verrundet wird also an jeder Ecke gleich. Punkte, die keine Ecke zwischen zwei geraden Linien sind, bleiben außen vor, und die Meldung sagt, wie viele. Ein Rahmen um eine ganze Form oder ein Klick hinein wählt ihre Ecken und ihre Linien zusammen aus, und die Leiste bietet dann neben den Eckenwerkzeugen „Linie krümmen“ und „Linie gerade“ für alle gewählten Linien an.

Die Ecke oben links wird mit 12 mm Radius verrundet.
Die Ecke oben links wird mit 12 mm Radius verrundet.

Hilfslinien

Eine Hilfslinie hilft dir beim Setzen von Punkten, ohne zum Körper zu gehören. Sie wird gestrichelt gezeichnet und zählt nie zum Umriss: Du kannst sie beliebig weit über die Form hinausziehen, ohne dass der Körper größer wird.

Ein Körper daraus machen

Klicke auf „Skizze abschließen“. Der Umriss steht als Körper auf der Arbeitsebene und trägt den Namen „Skizzenkörper“. In seinen Einstellungen änderst du die Höhe, die Farbe und alles Weitere wie bei jeder anderen Form. Änderst du seine Größe, baut layerling ihn kurz danach aus der Skizze neu auf, und die Skizze wächst mit. So bleibt er ein exakter Körper, an dem Fase und Rundung gehen, und beim nächsten Bearbeiten hat die Skizze die Größe, die der Körper hat.

Liegt die Arbeitsebene auf einer Seite eines Körpers, zeichnest du so, wie du auf diese Seite schaust: Oben in der Skizze ist auch am fertigen Körper oben. Der blasse Umriss des Körpers in der Skizzenansicht zeigt, wo er steht. Schneidet die Arbeitsebene durch einen Körper, zeigt die Skizzenansicht stattdessen den Umriss dieses Schnitts: Ein ausgehöhlter Körper erscheint als Ring, und du kannst die Skizze an seinen Wänden ausrichten. Ein Punkt, den du nahe an eine Ecke dieser Umrisse setzt oder ziehst, rastet genau dort ein; ein kleiner blauer Ring zeigt das an. So übernimmst du Kanten anderer Körper in die Skizze, auch wenn die Arbeitsebene nicht genau auf ihnen liegt.

Aus dem Umriss ist ein Körper geworden. Die Ecke ist gerundet.
Aus dem Umriss ist ein Körper geworden. Die Ecke ist gerundet.

Mit „Skizze bearbeiten“ kehrst du jederzeit in die Skizze zurück, um sie zu ändern. Ein Doppelklick auf den Körper tut dasselbe, wie bei Tinkercad (ein gesperrter Körper bleibt zu); in den Einstellungen lässt sich das mit „Doppelklick öffnet die Skizze“ abschalten. Kantenbearbeitungen, die du an dem Körper schon gemacht hast, gehen dabei allerdings verloren, weil die Kanten neu entstehen.

Rotieren

Beim Rotieren zeichnest du den halben Querschnitt links von der Achse, die in der Skizze eingezeichnet ist. Daneben siehst du eine 3D-Vorschau der Drehung. Sie zeigt sofort, wie der Körper aussieht. Der Umriss muss geschlossen sein. Zum Schluss klickst du auf „Rotation abschließen“.

Ein gedrehter Körper ist ein exakter Körper wie ein ausgezogener: Er nimmt Fasen und Verrundungen an, und du kannst ihn aushöhlen, für einen Becher oder eine Vase. Ein Körper, der mit einer älteren layerling-Fassung gedreht wurde, ist ein Netz; öffne „Skizze bearbeiten“ und schließe ihn neu ab, dann ist er exakt. Ein Umriss, der über die Achse hinausreicht, lässt sich nicht exakt bauen und wird wie bisher ein Netz.

Als Kontur bauen

Normalerweise wird die Fläche innerhalb eines geschlossenen Umrisses zum Körper. Mit „Kontur“ im Abschnitt „Abschluss“ baust du stattdessen die Linie selbst, mit einer Breite, die du einstellst. Setze dazu in der Tafel das Häkchen bei „Als Kontur bauen“. Die Skizze zeigt dann gleich, was entsteht.

Die Skizze behält die gezeichnete Linie. Öffnest du sie wieder, änderst du Linie und Kontur weiter, und ohne Häkchen wird wieder die Fläche gebaut. Kurven werden dabei in kurze gerade Stücke zerlegt. Beim Rotieren gibt es die Kontur nicht.

Füllung und Silhouette

Die Kontur stellst du auch ein, ohne die Skizze zu öffnen: In den Eigenschaften eines Skizzenkörpers wählst du unter „Füllung“ „Fläche“, „Kontur außen“, „Kontur innen“ oder „Kontur mittig“, dazu „Linienbreite“ und „Ecken“. Der Körper wird gleich neu gebaut, an seinem Platz. Das entspricht den Füllarten beim SVG-Import in Tinkercad: Standard, Außenlinie und Innenlinie. „Breiter“ lässt die Fläche gefüllt und vergrößert sie rundum um die Linienbreite, mit spitzen, runden oder abgeschrägten Ecken: eine Grundschicht unter einem Logo für den Mehrfarbdruck, die Kontur außen allein nur als Ring ergäbe.

„Silhouette (ohne Löcher)“ lässt alle Umrisse weg, die in einem anderen liegen: Löcher und was in ihnen liegt. Übrig bleibt nur der äußere Umriss. Zusammen mit „Kontur außen“ wird daraus ein Ausstecher: Importiere ein SVG zweimal, einmal mit Silhouette als Fläche für den Boden und einmal mit Silhouette und 1 bis 2 mm Kontur außen als Wand. Den Schalter gibt es auch in der Tafel „Kontur“ im Skizzenmodus.

Verrundungen und Fasen an den Kanten gehen beim Neubau verloren, wie beim Bearbeiten der Skizze.

Schräge Wände, für Stempel

Eine extrudierte Skizze hat senkrechte Wände. Ein Stempel, eine Prägeform oder ein Stanzwerkzeug braucht schräge, außen und innen, mit durchgehend gleicher Wandstärke. Einen Ausformwinkel für die Extrusion gibt es in layerling nicht, bei einfachen Umrissen kommt man aber mit der „Verjüngung“ ans Ziel. Ein Weg, der funktioniert:

  1. Zeichne den Umriss mit dem Loch, das er braucht, und mache einen Körper daraus. Dupliziere den Körper (Strg+D).
  2. Schalte beim ersten Körper „Silhouette (ohne Löcher)“ ein, so dass das Loch gefüllt ist, und gib ihm mit „Verjüngung“ unten eine größere Fläche als oben.
  3. Öffne bei der Kopie die Skizze noch einmal und lösche den äußeren Umriss, so dass nur der Umriss des Lochs bleibt. Schließe die Skizze ab, stelle den Körper auf „Aussparung“ und gib ihm mit „Verjüngung“ unten eine kleinere Fläche als oben.
  4. Schiebe das Loch dorthin, wo es im ersten Körper war, und gruppiere beide.

Die Wände sind nun außen und innen schräg. Die Verjüngung skaliert den ganzen Umriss, deshalb stimmt das bei einfachen Formen genau, wo du die Maße so wählen kannst, dass die Wände parallel laufen, und bei feinen Einzelheiten wie Schrift nur ungefähr.

Ein Bild als Vorlage

Mit „Bild hinzufügen“ legst du ein Foto oder eine Zeichnung unter die Skizze und zeichnest sie nach. Du kannst die Größe, die Deckkraft und die Lage einstellen. Sobald das Bild richtig liegt, sperrst du es mit L, damit du es beim Zeichnen nicht versehentlich verschiebst. Ein gesperrtes Bild ist aus dem Weg: Klicks gehen durch es hindurch, du wählst also Linien und Punkte darauf an und ziehst einen Rahmen darüber. Um es wieder auszuwählen, etwa zum Entsperren, klickst du mit Alt darauf. Verdecken seine Einstellungen am rechten Rand das Bild, ziehst du sie an ihrer Titelleiste weg; ein Doppelklick darauf dockt sie wieder an.

Unter „Ausrichten“ richtest du ein Foto aus, das nicht gerade aufgenommen wurde:

Alle vier wirken nur auf die Vorlage, nie auf die Skizze.

Tasten im Skizzenmodus

TasteWirkung
EscLinienzug beenden, Auswahl aufheben
Entfgewähltes Element löschen
Strg+CAuswahl kopieren
Strg+XAuswahl ausschneiden
Strg+Veinfügen
Strg+DAuswahl duplizieren
Strg+Zrückgängig
Umschaltbeim Zeichnen: Linie in 15°-Schritten einrasten; beim Ziehen: Bewegung auf eine Achse beschränken
Ziffer, <, Tab, Enterbeim Zeichnen: Länge und Winkel der nächsten Linie eintippen und setzen
Rgeschlossene Skizze um 45° drehen
LVorlagenbild sperren oder entsperren